Leserbrief zur Finanzkrise

So, heute mußte mal wieder ein längerer Brief raus, zum aktuellen Thema Finanzkrise. Da die den sowieso nicht in voller Länge abdrucken gibt es ihn hier:

Knapp 60 Jahre hat Deutschland gebraucht um 1,5 Billionen Euro Staatsschulden
zu machen. Die aktuelle große Koalition schafft ein Drittel dieses Betrages
innerhalb von ein paar Wochen.

Besonders makaber finde ich die Titelstory der gestrigen AZ. Ich wage ganz
kühn die Behauptung, daß jeder Kleinunternehmer der in den letzten 12 Monaten
aufgrund verfehlter Wirtschaftspolitik dieser Regierung Insolvenz anmelden
mußte sich liebend gerne von Peter Struck schimpfen lassen würde, wenn im
Gegenzug der Staat ihn dann auch vor dem Untergang rettet.

Diese Woche durften wir im Lokalteil lesen, daß Krankenhäuser in der Region
mittlerweile nur noch mit selbstzerstörererischen Sparmaßnahmen überhaupt
überleben können. Das Gesundheitssystem in Deutschland wird durch eine
von Lobbyisten geprägte Gesundheitspolitik immer mehr ausgehöhlt, manch
einer könnte vermuten daß die letzten öffentlichen Krankenhäuser nun für die
Übernahme durch private Investoren sturmreif geschossen werden sollen.
Hier knausert der Staat der gleichzeitig die Banker reich beschenkt.

Das Problem ist allerdings offensichtlich. Von einem erhobenen Zeigefinger des
Herrn Struck läßt sich ein Josef Ackkermann doch nicht beeindrucken. Letzte
Meldungen besagen mittlerweile, daß sich die Banker an der Wallstreet nun ein
paar Prämien in Milliardenhöhe gönnen… Prämien für was? Dafür ganze
Volkswirtschaften “über den Tisch gezogen zu haben”?

Wäre unsere Regierung doch in anderen Themen ebenso entschlußfreudig. Unser
Sonntagsfrühstück wurde uns heute von einem Werbeanruf verdorben, natürlich
mit unterdrückter Rufnummer. Ein entsprechender Gesetzentwurf der die
Unterdrückung von Rufnummern für Callcenter verbieten soll liegt ja auch nur
erst seit einem Jahr herum, klar daß man hier nicht so schnell entscheiden
kann wie über 500 Milliarden Euro.

Ich sehe, mein Brief wird leider schon wieder zu lange. Trotzdem eine Frage
der Neugier: Die Leserbriefe zum Thema Finanzkrise scheinen mir relativ mager
gestreut zu sein. Gibt es tatäschlich mehr Resonanz zu Themen wie Marcel
Reich-Ranicki als zum Thema Finanzkrise? Sind wir Deutschen wirklich schon so
verblödedt daß wir uns mehr über eine imaginäre Fernsehwelt aufregen können
als über eine Regierung die unser Land in tiefe Schulden stürzt?

Internet-Briefmarke – der neue Gag der Post

Heute fand ich im Briefkasten eine Werbebroschüre zur Internet-Briefmarke. Da kann man sich die Briefmarken selbst ausdrucken heißt es. Da ich gerade eh eine 1,45 € Briefmarke bräuchte um die Umsatzssteuererklärung für den Verein loszuschicken habe ich das mal versucht. Es war sehr ernüchternd.

Zunächst mal fällt auf, daß die Standardeinstellung bei 10 Briefmarken liegt und, weiß Gott wie sie es so vermurksen konnten, im entsprechenden Eingabefeld ist das gar nicht so einfach auf eine Stückzahl von 1 zu biegen. Aber selbst wenn man das schafft wird man danach belehrt, daß die Transaktion mindestens 10 Euro kostet, d.h. der Restbetrag steht dann als Guthaben auf einem imaginären Briefmarkenkonto.

Wenn ich mir jetzt aber überlege, wie oft ich tatsächlich im Jahr noch Briefmarken brauche, daß ich damit dann auch noch mein Papier und meinen Toner verdrucke, der Post ein zinsloses Darlehen gebe und meine Daten wieder in einem weiteren Portal abkippen muß bleibe ich wohl bei der Lösung des Briefkartenautomaten. Da muß ich zwar dann passend zahlen oder meine Geldkarte nutzen, aber es ist anonymer und auch nicht wesentlich komplizierter als dieser Service der Post.

Garnelenbecken reaktiviert

Heute haben wir unser altes Tetra-Garnelenbecken mit ca. 28l wieder reaktiviert. Das Ziel soll sein, dort Schnecken zu züchten die wir dann irgendwann ins große Becken umziehen. Dort warten schon 4 Prachtschmerlen und die haben im großen Becken so gründlich die Schneckenpopulation dezimiert daß wir nun den Nachwuchs woanders züchten müssen.

Interessant war auch die Reinigung des Eheim 2213 neulich. Der war nämlich richtig voll mit kleinen Turmdeckelschnecken, so als hätte die Schneckenmama ihre Eier genau an die Einsaugöffnung des Filters gelegt, wohl wissend daß die Schmerlen hier nicht hinkommen.

Wenn das Becken richtig eingefahren ist kann man vielleicht auch ein paar Garnelen rein, damit es nicht gar so zweckentfremdet ist.

Bin ich froh daß ich neulich auf RSS gesetzt habe

Diese Woche ist nachrichtenmäßig ja wirklich sehr interessant. Das Casino ist in Zahlungsschwierigkeiten und die Staaten verschulden sich bis ins Uferlose um kaputte Banken zu retten. Da bin ich froh, daß ich vor einigen Wochen mal das Experiment gestartet habe und statt der Papierzeitung einfach eine ganze Menge RSS-Feeds abonniert habe. Manchmal kommen sogar neue Feeds dazu, z.B. wenn die NachDenkSeiten auf ein interessantes Blog verlinken das mich auch interessiert.

Der absolute Brüller am heutigen Donnerstag war aber die Meldung, daß die “Debt-Clock” in New York auf der die Staatsschulden der USA angezeigt werden nun einen “Overflow” hatte und man die erste der 14 Stellen die bislang das “$” Zeichen angezeigt hat nun ebenfalls für die Anzeige der Zahl hernehmen muß weil bei 10,2 Billionen diese eben mittlerweile 14 Stellen hat. Es gibt Hinweise, daß die Uhr demnächst gleich um 2 Stellen erweitert wird, dann hätten wir wieder “Luft” für noch mehr Staatsschulden.

Gegen so eine Meldung nimmt sich das Jahr-2000-Problem wie Peanuts aus. Ich bin ja mal gespannt, wann die noch in COBOL gestrickten Finanzprogramme einen ähnlichen Überlauf erleben, denn da hat wohl auch keiner je daran gedacht, daß die Staatsschulden derart explodieren können.

Lastschriften mal andersrum

Am Montag bekam Cristina einen Anruf. Angeblich sei sie eine der wenigen Abonnenten von Zeitschriften aus dem Burda-Verlag die mit einem ganz besonderen Geschenk beglückt werden sollen, einer Reise die fast nichts kostet. Nach 8 Minuten des Zulaberns konnte der Anrufer ihr unsere Bankverbindung entlocken, natürlich nur um diese dann zu haben wenn wir uns für eine Reise entscheiden. Heute kam dann ein dicker Umschlag und die passende Überraschung dazu.

Nachdem ich den Umschlag geöffnet habe flatterte mir ein Brief in die Hände. Dort hieß es dann:

bs-snip-1

beim Wort “Erwerb” wurde ich dann natürlich stutzig, denn das eigentlich immer mit “bezahlen” verbunden. Also mal fleißig weitergelesen, am unteren Ende der Seite stand es dann:

bs-snip-2

Jeztt war natürlich klar, warum die unbedingt die Bankverbindung haben wollten. Besonders schmackhaft (und deshalb auch hervorgehoben) ist der Verweis auf 3,90 € Portokosten. Da gucke ich doch einfach mal auf den Briefumschlag und finde dort:

bs-snip-3Also soll ich 3,90 € Portokosten zahlen, obwohl das für mich ersichtliche Porto nur 1,45 € beträgt. So was fällt für mich in die Kategorie “Abzocke” und natürlich war ich stinksauer. Also zum Telefonhörer gegriffen und deren Service-Nummer für 0,12 €/min angerufen. Da hieß es dann, daß ich das Zeug selbstverständlich zurückschicken kann.

Das “Zeugs” waren übrigens Reisegutscheine die eher wie “Hotelgutscheine” aussahen, denn natürlich mußte man selbst dafür sorgen, zum Reiseziel zu gelangen. So ungefähr stell ich mir ein “Geschenk” vor.

Also habe ich erst mal einen bitterbösen Brief geschrieben bevor ich das in einen Umschlag gepackt habe. Immerhin handelt es sich hier um einen rechtswidrigen “Cold-Call” da wir zu dem Reiseveranstalter keinerlei Geschäftsbeziehung haben und wohl bei diesen Methoden auch nie haben werden. Nach dem Fernabsatzgesetz dürfen mir allerdings auch keine Kosten für die Rücksendung entstehen, eine Ausnahme gäbe es nur wenn die Ware im Wert geringer als 40 € ist. Ha, 89 € sind aber deutlich darüber, also habe ich für die Firma mal eine Gegenrechnung aufgemacht:

Kosten für Rücksendung
Telefonkosten auf 01805-Nummer 0,36 €
Briefumschlag C4 verstärkt 0,50 €
Porto 1,45 €
Einschreibegebühr 2,05 €
Rückschein 1,80 €
Summe 6,16 €

Genau diese 6,16 € werde ich jetzt in den nächsten Tagen per Lastschrift vom Konto dieser Firma einziehen, denn sie haben auf ihrem Briefbogen auch ihre Bankverbindung angegeben. Und dank mein Girokonto kann Lastschriften einziehen, das verdanke ich der Schussligkeit meiner Bank die das eigentlich für das Vereinskonto hätte einrichten sollen, das aber für das private Konto gemacht hat und diese Berechtigung auch nicht entfernt hat nachdem der Irrtum aufgeklärt wurde.

Da bin ich mal gespannt, ob diese Lastschrift klappt oder nicht. Wenn nicht, dann gibt es die nächste Rechnung eben wieder per Einschreiben und dann aber mit einem Posten “Arbeitszeit” bei einem für einen Spezialisten üblichen Stundensatz von 125 €.