Jetzt haben sie vollends ein Rad ab

Was lese ich gerade auf haunstetten.info (via Twitter):

Aufgrund der FIFA-U20 Frauen WM wird am Dienstag, 20. Juli, die Bgm.-Ulrich-Straße aus Richtung Göggingen gesperrt. Besucher der WM-Spiele aus Richtung Westen werden gebeten, die Arena über die B 17 anzufahren.

Ach? Nur weil ein paar Frauen in der Impuls-Arena dem Ball hinterherlaufen muss man eine Straße sperren? Kann das mal einer so begründen dass man es mit gesundem Menschenverstand und ohne Klischees wie “die überwiegend weiblichen Besucher einer Frauenfußball-WM könnten sich sonst verfahren” nachvollziehen kann, warum diese Sperrung notwendig ist?

Zurück in die Vergangenheit

heute ist mein Rollei DF-S 100 SE Scanner gekommen, ein nettes kleines Gerät mit dem man Dias und Filmstreifen in einer Auflösung von 5 Megapixeln “scannen” kann. Das ganze funktioniert wohl wie eine kleine Digitalkamera und funktioniert ganz annehmbar. In FotoHits Ausgabe 4/2010 war dieser Scanner getestet worden und erhielt ganz passable Kritiken, also habe ich mir gesagt, das probiere ich mal aus. Bei ein paar tausend Dias werde ich wohl eine Weile damit hantieren müssen. Das erste Magazin das mir heute in die Hände gefallen ist stellt auch gleich eine Herausforderung an den Scanner dar, es sind Bilder von der Sonnenfinsternis am 11. August 1999. Aufgenommen damals mit meiner Ricoh X-RX und jeder Menge “Filterfolie” vor dem Objektiv.

Die Bilder wurden nach dem Einscannen der Dias noch auf 800×600 geschnitten, auf den Dias ist die Sonne leider nicht so formatfüllend drauf, was bei der damaligen Tele-Brennweite von 200 mm aber auch kein Wunder ist.

Manchmal hängt der Himmel voller Geigen

aber heute abend waren es definitiv Ballons. Die habe ich dann beim Spaziergang mit Lucy mit der Handy-Kamera erwischt. 14 Stück schön über den Südhimmel verteilt.

Leider ist die Handy-Kamera für so was nicht erfunden worden, aber ich habe auch keine Lust, jedesmal wenn ich mit Lucy gehe dann die ganze Spiegelreflex-Ausrüstung mitzuschleppen.

Drifting-Nachspiel

Die Drifting-Veranstaltung neulich an der Impuls-Arena wird im Stadtrat ein Nachspiel haben. Die Grüne Stadtratsfraktion hat einen entsprechenden Antrag eingereicht.  Interessant finde ich die Aussage im verlinkten Artikel dass die Veranstaltung von der Stadt nicht genehmigt war, der Ordnungshüter den ich am Telefon hatte teilte mir da das Gegenteil mit. (via Twitter gefunden)

Das Marathon-Kind

Anna im Stadtlauf-TrikotHeute morgen musste ich trotz Sonntag früh aufstehen. Geholfen hat mir dabei eine kalte Hundeschnauze die mich um 5:30 berührte. Auch Anna durfte dann um 6:20 raus weil sie heute beim 9. Augsburger Stadtlauf mitmachen durfte.

Treffpunkt war um 8:00 vor der City Galerie und so fuhren wir mit der Straßenbahn bis zum Moritzplatz und liefen das letzte Stück. Ich hatte während der Woche mal bei den Stadtwerken angerufen und nachgefragt, ob vielleicht Shuttle-Busse eingesetzt werden da ja das Parkhaus in der City-Galerie bei so einer Veranstaltung kaum erreichbar bzw. wieder zu verlassen ist. Aber nix wars, egal, wir gingen ja eh zu einer “Lauf”-Veranstaltung.

Überraschend war dann auch, dass die Gastronomen in der City Galerie sich das Geschäft weitgehen entgehen ließen. Gerne hätte ich einen Kaffee getrunken, doch bei den zwei Cafes im Obergeschoss staute sich das Publikum genauso wie vor dem total überlasteten “stillen Örtchen”.

Um 9:50 war es dann so weit, die Kinder der dritten und vierten Klassen durften an den Start gehen. Die Laufdistanz für die Kinder betrug nur 1,2 Kilometer und so war der Pulk in dem Anna unterwegs war dann auch nach ein paar Minuten schon wieder da. Für jeden Teilnehmer gab es eine Medaille und nach Abschluß des Laufs machten wir uns dann wieder auf den Fußmarsch Richtung Königsplatz um von dort mit der Straßenbahn nach Hause zu fahren. Die Eisdiele am Moritzplatz sorgte dabei für die Marschverpflegung die es in der City Galerie leider nicht gab.

Sonntagsruhe 2.0

Heute morgen 8:45, ich bringe gerade den Müll raus da denke ich, ich steh am Nürburgring. Motorenlärm und Reifenquietschen in durchaus nicht zu ignorierender Lautstärke. Also mal bei den lokalen Ordnungshütern nachgefragt ob ich irgendwas verpasst habe und die meinten, dass auf dem Parkplatz der Impuls-Arena eine Drifting Veranstaltung stattfindet. Ein Blick in die Zeitung zeigt mir dann, dass wir dieses zweifelhafte Vergnügen noch den ganzen Tag haben werden. “Meet the drift king” nennt sich das und ich hätte nicht schlecht Lust da mal rüberzugehen und den Veranstaltern zu sagen was der lokale King hier von der akustischen Luftverschmutzung am Sonntag hält. Danke auch an das Ordnungsamt das solche Krawall-Orgien genehmigt, nicht genug dass wir die übliche Stadion-Geräuschkulisse “geniessen” dürfen, in der spielfreien Zeit wird dann die Arena für andere Lärm-Veranstaltungen genutzt. Wenn meine Kinder um diese Uhrzeit etwas lauter sind beim Spielen muß ich mit Ärger rechnen, aber bei so einer Veranstaltung “muss ich durch” wie es der Ordnungshüter am Telefon so schön formuliert hat. Mich beschleicht der Verdacht, dass von den Leuten im Ordnungsamt die so was genehmigen keiner hier wohnt.

Da ist man mal ein paar Tage im Urlaub…

und schon überschlagen sich die Ereignisse. Da nimmt man die Zeitung aus dem Briefkasten wenn man wieder heimkommt und was springt einem entgegen? Der Bundespräsident hat sich überraschend doch für die “Rente mit 67″ entschieden. Das ist dann doch mal ein historisches Ereignis, auch wenn die Begründung für den Rücktritt sehr seltsam erscheint. Immerhin, Respekt Herr Köhler für diesen Schritt. Wenn sich doch unsere Angie daran ein Beispiel nehmen würde.

Die Zeitung von gestern teilt mir mit, ich wäre Lena. Und ich muss zugeben, ich habe den Singwettbewerb nicht am TV verfolgt, denn als der lief hatte ich ein schönes Abendessen mit meiner Frau in einem netten Restaurant in Genua. Und ich habe trotz des ganzen Medienrummels um Lena bis jetzt immer noch nicht eines ihrer Lieder gehört. Und hey, ich lebe trotztdem. Und wo wir gerade beim Thema Musik sind, wir waren im Urlaub in einem kleinen Musikgeschäft das einen ganz besonderen Flair hatte. Obwohl der Laden relativ überschaubar von der Fläche war und die beiden Besitzer das Rentenalter schon deutlich überschritten hatten strahlte der Laden eine ganz eigene Atmosphäre aus. Es gab sehr viele schöne Instrumente, von der Blockflöte über die E-Gitarren bis hin zur Violine oder dem Kontrabass. Sozsagen der “Tante Emma Laden” für Musik.

Tja, und dann gibt es noch die unangenehmeren Nachrichten. Dass BP es nicht schafft mit “Top Kill” ihr Ölbohrloch zu stopfen war ja eigentlich klar. Die Sache wächst sich zum absoluten Desaster aus und es ist sehr schmerzlich zu sehen, wie die Natur am Golf von Mexico im Ölsumpf untergeht. Die andere Nachricht die mir sauer auf den Magen schlägt, ist dass Israel nun auch meint, Piraterie betreiben zu müssen. Anders kann ich den Überfall auf den Hilfskonvoi für Gaza in internationalen Gewässern nicht bezeichnen. Und wenn Israel dann wie heute in der Zeitung beschrieben sich auch noch erstaunt zeigt, dass sich die Überfallenen diesem Überfall zur Wehr setzen, dann frage ich mich schon, ob die komplett ein Rad abhaben.

In Augsburg geht es so chaotisch wie immer zu. Für den heißgeliebten Königsplatzumbau feilen wir mittlerweile am dritten Bürgerbegehren und es bleibt abzuwarten, wann tatsächlich mal irgend eine Art von Umbau passieren wird, mittlerweile sind wir ja nur dabei, alles zu zerreden und nichts mehr zu tun. Klar, der Königsplatz ist alles andere als einfach umzubauen, aber das ist ja auch keine Neuigkeit. Ob man statt der Fuggerstraße jetzt einen Tunnel bauen soll oder nicht ist in meinen Augen nur eine unbedeutende Randnotiz des Problems. Die Kernfrage ist doch, ob wir wirklich alle Straßenbahnlinien an einem Punkt in der Stadt kreuzen müssen oder ob eine andere Netztopologie im Nahverkehr nicht sinnvoller wäre.

So, jetzt bin ich wieder da, wieder online und darf mich erst mal durch den RSS-Feed wühlen um zu sehen was es sonst noch so gab.

Aus für MammaNetz

Leider kein Aprilscherz, was da heute in der Zeitung steht. Das MammaNetz, eine Anlaufstelle zur Betreuung von Frauen mit Brustkrebs muss zum Jahresende aufgeben:

Es ist eine Diagnose, die schockiert und Angst macht: Brustkrebs. 57 000 Frauen bekommen sie jedes Jahr in Deutschland gestellt. Was sie danach brauchen, ist kompetenter Rat. In Augsburg bekamen sie ihn bei mammaNetz: Die Begleitstelle für Frauen mit Brustkrebs betreute jedes Jahr über 200 Patientinnen – zwölf Monate lang, von der Diagnose bis zur Nachsorge. Ende 2010 ist nun Schluss: mammaNetz muss die Arbeit einstellen, weil Geld fehlt.

Auch wenn ich keine Frau bin und daher wohl nie Bedarf an den Beratungen haben finde ich es sehr traurig dass so ein sinnvolles und in meinen Augen notwendiges Angebot mangels Geld eingestellt wird.

Natürlich kann man argumentieren, dass so ein Angebot medizinisch nicht unbedingt notwendig ist. Aber wenn man sich mal in die Situation der Betroffenen hineinversetzt, dann dürften diese sehr froh um so ein Angebot sein. Gerade gestern habe ich in dem Buch das ich gerade lese (“Switch: How to change things when change is hard”) über ein Projekt in Kalifornien gelesen bei dem man für Frauen mit Brustkrebsverdacht eine zentrale Anlaufstelle hat und das Ziel, dass die dort ankommende Patientin alle notwenidgen Untersuchungen in einem Gebäude bekommt und am selben Tag noch eine Diagnose. Das erspart der Patientin ständig neue Termine mit irgendwelchen Fachärzten ausmachen zu müssen und dann Tage und wochenlang auf die Diagnose warten zu müssen.

MammaNetz hatte zwar eine andere Zielsetzung aber war eben ein integraler Bestandteil in der Nachsorge. Wenn das nun wegfällt, dann fehlt einfach ein soziales Angebot, sprich das soziale Leben wird wieder um einen wichtigen Aspekt beschnitten. Aber Hauptsache man kann die nächste Gesundheitsreform mit Kopfpauschale ausrufen oder mit viel mehr Geld irgendwelche maroden Banken aus der Patsche helfen. Manchmal denke ich, die Prioritäten in unserem Land sind massiv falsch sortiert.

Es lebe der Sport…

…denn er ist gesund und macht uns hart. So sang vor vielen Jahren Rainhard Fendrich. Mittlerweile kommen mir aber an dieser Theorie arge Zweifel auf, wenn ich heute in die Zeitung schaue. Dort steht:

Die paar Meter Fußweg zwischen Unterführung und Anlage wollte der Verband den Sportlerinnen und ihrem Tross aber nicht zumuten.

Das Problem ist das Karl-Mögele-Stadion in Göggingen und das ist nicht direkt mit den Luxusbussen zu erreichen mit denen die FIFA die Spielerinnen bei der Frauenfußballweltmeisterschaft 2011 zu ihren Trainingsplätzen bringen will.

Wenn es an ein paar Metern Fußweg scheitert, dann frage ich mich schon, ob der Sport gesund ist oder ob man den Sportlerinnen nicht gleich einen Rollstuhl zur  Verfügung stellen sollte. Für mich, der eigentlich keine Sportskanone ist aber trotzdem jeden Tag seine paar Kilometer mit dem Hund läuft ist so etwas nur sehr schwer zu verstehen.