Ein schöner Bericht von Frontal21 über die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Und er zeigt auch, dass die Gier der Spekulanten buchstäblich über Leichen geht.
Tag Archives: Neoliberale
Links für 2011-10-06
Mein Linksammler hat wieder drei interessante Links im Bauch:
- “Wenn du investiert hättest, Nokia” – Feynsinn beschäftigt sich mit der Schließung des Nokia-Werkes in Rumänien und Nokias Zukunft
- “Zensur im Berlusconi-Land” – Der Schockwellenreiter berichtet über das neueste Internet-Gesetzesvorhaben in Italien
- “Ocupy Wall Street” oder “Was gut ist für JP Morgan, ist gut für Amerika?” – Ein Querschuss mit erheblicher Brisanz weil er die aktuelle Situation in der Finanzkrise schonungslos darstellt
Euroland ist abgebrannt
211.000.000.000 € ist die Summe der Garantien die Deutschland nun in den Euro-Rettungsschirm investiert. Das sind also ungefähr zwei Drittel eines Bundeshaushaltes die wir nun zur Rettung von Griechenland, dem Euro und den Banken bereitstellen. Wobei “wir” in diesem Kontext wohl die untern 90% der Bevölkerung bedeutet, keinesfalls aber die Reichen oder gar die Finanzjongleure die uns diese ganze Suppe eingebrockt haben.
Links für 2011-09-02
Heute wieder ein paar aktuelle Links.
- “Jobcenter betreiben blinde Sanktionswut” – Das Blog “mein name ist mensch” berichtet, dass 70% aller Sanktionen der Jobcenter unberechtigt sind.
- “Wir sind eine Chancengesellschaft” – Manomama Sina Trinkwalder zeigt, dass man ohne Sanktionen aber dafür mit Verantwortungsgefühl viel mehr Erfolg bei der Eingliederung von Menschen ins Berufsleben haben kann.
- “Griechenland am Rand des Zusammenbruchs” – Querschüsse über die aktuelle wirtschaftliche Situation in Griechenland.
- “Merkel: Marktkonforme Demokratie” – Die NachDenkSeiten sind nicht die einzigen bei denen die Alarmglocken schrillen wenn sie die Ideen unserer Bundeskanzlerin hören.
Links für 2011-08-10
Heute gibt es mal eine längere Liste mit Links, vor allem viele interessante Kommentare und Meinungen zu den Unruhen in England.
- “London: Soziale Unruhen” – Kinder-Alarm beschäftigt sich mit den Unruhen in England.
- “Unruhen, Krawalle, Randale: Das Volk, das keines ist” – Feynsinn merkt an, dass Leute die in der sogenannten “zivilisierten Welt” gegen das System aufbegehren als Kriminelle bezeichnet werden während die, die das in Afrika tun Rebellen sind.
- “Großbritannien erntet jetzt, was Frau Tatcher gesät hat” – Albrecht Müller von den NachDenkSeiten zeigt auf, dass die Ursachen für die Krawalle schon lange bestehen.
- “Rumble in Britain tonight” – Der Schockwellenreiter Jörg Kantel hätte auch gerne Lösungen statt politischer Ignoranz der Probleme.
- “Short thoughts on the riots” – Fedora Entwickler Alex Hudson berichtet über seine Erlebnisse in einem Stadteil nahe der Unruhegebiete (in Englisch).
- “Das ist kein Spiel, das ist kein Spaß” – Die Tagesschau berichtet ebenfalls über Randale, aber nicht in London sondern in Philadelphia. Scheint sich wohl um ein globales Phänomen zu handeln.
- “Die Fehler der Julia Schramm” – Lars Reineke setzt sich konstruktiv mit den Thesen der Julia Schramm zum Thema “post privacy” auseinander und gibt dabei einen sehr interessanten Denkanstoß.
- “Die Interaktionsmaschine” – Kristian Köhntopp schaut sich die Diskussionen auf Google+ an und stellt fest, dass diese relativ viel Tiefgang haben.
- “Schmickler über den Bufdi” – Kinder-Alarm hat ein schönes Video in dem sich Kabarettist Wilfried Schmickler über den Bundesfreiwilligendienst äußert.
Wenn man keine sachlichen Argumente mehr hat…
…dann wird aus einer sachlichen Argumentation oft eine Schlammschlacht in der man versucht, den Gegner zu diffamieren oder sonst irgendwie auszuhebeln. Heute hat sich CSU Generalsekräter Alexander Dobrindt auf das hauchdünne Glatteis über dem Sommerloch begeben und ein Verbot der Linkspartei gefordert.
Amerikas Bankrott verschoben
Die Nachricht des Tages ist heute wohl, dass die Vereinigten Staaten ihr Problem mit der Staatsverschuldung “gelöst” haben. Der Twitterer @nichtstefanraab hat das mal so formuliert:
Die amerikanische Staatspleite wurde dadurch abgewendet, dass das, was vorgestern noch Staatspleite war, jetzt nicht mehr so genannt wird.
Tatsächlich darf Obama die Staatschulden um weitere 2,4 Billionen Dollar vergrößern, doch der Preis dafür ist hoch (Quelle NachDenkSeiten):
Der US-Präsident hat so gut wie alle Forderungen der Republikaner übernommen: Trotz Rekorddefizit wird es keine Steuererhöhungen geben, zur Konsolidierung des Haushalts werden nur Ausgaben gekürzt.
Links für 2011-07-29
Heute wieder ein paar frische Links zu lesenswerten Artikeln im Web:
- “Leiharbeit und Niedriglohn: Die Reformwut der Politik” – Feynsinn setzt sich mit den Auswüchsen des Neoliberalismus auseinander,
- “S21: Die manipulierte Jugend” – Udo Vetter vom lawblog bemängelt Äußerungen des Stuttgarter Polizeipräsidenten.
- “Google und das Problem mit den Kunden” – Don Dahlmann betrachtet Googles Reaktionen auf die Pseudonymdiskussion.
Sanktionen bei Fehlentscheidungen
Gestern hat Albrecht Müller auf den NachDenkSeiten Sanktionen für eklantante Fehlentscheidungen gefordert. Auch wenn ich den Frust der in diesem Artikel steckt durchaus nachvollziehen kann so muss ich doch zwei Dinge feststellen:
1. Was für den einen Betrachter eine “eklatante Fehlenscheidung” ist mag für einen andern Blickwinkel eine “gute Entscheidung” sein. Wenn also die Bahn massiv beim Fahrzeugpark und dem Personal einspart weiß jedes Kind, dass dies auch auf Kosten der Qualität passiert, aber auf der kapitalistischen Seite sehen wir erst mal quantifizierbare Einsparungen denen ein nicht quantifizierbarer Qualitätsverlust gegenübersteht. Und natürlich werden die “Entscheider” nicht unter dem Qualitätsverlust leiden, das tun eher die Kunden die dann auch mal bei Bahnunfällen ihr Leben lassen müssen weil man sich auch Sicherungssysteme gespart hat. Bitte versteht mich nicht falsch, ich finde das genauso schlimm wie Albrecht Müller, aber ich weiß eben das “Fehlentscheidung” hier im Auge des Betrachters liegt.
2. Bei politischen Entscheidungen wie z.B. die angeführte Demontage der gesetzlichen Rente zugunsten der privaten Versicherungswirtschaft muss man sich immer vergegenwärtigen, dass diese Entscheidung im Bundestag per Abstimmung erfolgte, auch wenn in den entsprechenden Gesetzentwürfen bestimmt TINA (there is no alternative, auch als Unwort “alternativlos” bekannt) zitiert wird. Natürlich kann man angesichts der von der Versicherungswirtschaft finanzierten Tourneen des Ex-Arbeitsministers Walter Riester in diesem Fall von “politischer Korruption” sprechen (auch wenn Riester dies stets vehement abstreitet wie unlängst in der Doku zu Maschmeyer und AWD), aber unabhängig davon schützt der Grundgesetzartikel 46 die Parlamentarier:
(1) Ein Abgeordneter darf zu keiner Zeit wegen seiner Abstimmung oder wegen einer Äußerung, die er im Bundestage oder in einem seiner Ausschüsse getan hat, gerichtlich oder dienstlich verfolgt oder sonst außerhalb des Bundestages zur Verantwortung gezogen werden. Dies gilt nicht für verleumderische Beleidigungen.
Es ist in der letzten Zeit ja auch oft genug vorgekommen, dass der Bundestag Gesetze verabschiedet hat die dann vom Bundesverfassungsgericht als “verfassungswidrig” eingestuft und kassiert wurden. Trotzdem kann ich keinen der dafür gestimmt hat als offensichtlichen Verfassungsfeind sein Mandat per Gerichtsbeschluss entziehen.
Was natürlich in gewisser Weise auch sinnvoll ist, denn wäre ein Parlament das bei Irrtümern Gefahr läuft aufgelöst zu werden noch handlungsfähig?
An dieser Stelle denke ich kommt als weitere Problemkomponente das Versagen der vierten Gewalt im Staat, nämlich der Medien hinzu. Hätten wir noch tatsächlich investigativen Journalismus und Medien, die solche Fehlentscheidungen einer breiten Öffentlichkeit aufzeigen und sich auch nicht scheuen, peinliche Fragen zu den Vorgängen in der Politik zu stellen, dann könnten “auffällige Fehlentscheider” bei der nächsten Wahl durch den Entzug der Wählerstimmen abgestraft werden. Solange aber die Medien auf Regierungskurs sind und freudig an der gesteuerten Meinungsmache mitmachen fällt diese Möglichkeit natürlich flach.
Da war ich zu optimistisch
Gestern hatte ich noch die Illusion, dass die Reportage über Carsten Maschmeyer eine Woche in der ARD-Mediathek abrufbar sein wird, aber heute schon ist das Ding nicht mehr auffindbar. Da frage ich mich dann schon, wer im Hintergrund die Fäden gezogen hat damit das Ding so rasant schnell vom Server verschwunden ist.
Da freuen wir uns doch, dass es YouTube gibt, denn da findet man die Reportage noch. Bin mal gespannt, wie lange noch.